Dr. med. Egon Brüning

Facharzt für Allgemeinmedizin

Tätigkeitsschwerpunkte:
Psychosomatik, Akupunktur, Hausarzt, Palliativmedizin

5. Was kann ich gegen den inneren Schweinehund unternehmen?

Der Schweinehund provoziert unangenehme Gefühle und äußert sich in beklemmender Lustlosigkeit.
Diese kommt keinesfalls aus heiterem Himmel, sondern wird vom Läufer unbewußt selbst produziert und stellt eine Gegenhaltung zur Wirkung des Laufens dar.
So gibt es Tage, an denen man absolut keine Lust hat, in die Traumverfassung des Laufens zu kommen.
Das ist besondrs dann hinderlich, wenn man einem festen Laufplan folgt.
Der Plan gibt vor, daß gelaufen werden soll.
Die Psyche stemmt sich dagegen, sagt, daß sie keine Lust hat auf die Auflösung all dessen, was sie gerade so angenehm stabilisiert.

Tipp:
Geben Sie Ihrem inneren Schweinehund ruhig nach.
Lohn: Beim nächsten Mal werden Sie eine viel größere Lust aufs Laufen verspüren.
Darüber hinaus bewahrt Sie die gelegentliche Lustlosigkeit davor, daß das Laufen zu einer unkontrollierbaren Obsession wird.

6. Kann das Laufen einen Menschen tatsächlich süchtig machen?

Das Laufen selbst ist in der Regel keine Sucht.
Es kann aber als solche empfunden werden.
Je öfter Sie laufen, desto häufiger kommen Sie in den Laufrhythmus, schalten ab und gehen in Ihrer Umgebung auf.
Das ganz große Glücksgefühl bleibt allerdings aus - es tritt nur dann ein, wenn die Dosis gesteigert wird.
Auf diese Weise kann schließlich die Zwangsvorstellung aufkommen, daß Sie immer längere Strecken immer schneller laufen müssen.

Tipp:
Wenn Sie bemerken, daß sich Ihr Laufpensum extrem erhöht und Sie an den Folgen zu leiden beginnen (beispielsweise soziale Isolation, Verletzungen, permanente Gedanken an den nächsten Lauf), dann steuern Sie bewußt dagegen.
Suchen Sie eine Suchtberatung auf, die Ihnen hilft, die Hintergründe für Ihre unstillbare Sehnsucht nach der erlösenden Wirkung des Laufens aufzudecken.

7. Kann man durch das Laufen seine persönlichen Probleme lösen?

Laufen löst keine Probleme!
Es hilft, den persönlichen Leidensdruck für eine bestimmte Zeit zu reduzieren. Wer seine persönlichen Probleme nicht in den Griff bekommt, kann den Zwang spüren, die Laufdosis zu erhöhen.
Dadurch kann ein Kreislauf in Gang kommen, in dem man im wahrsten Sinn des Wortes vor seinen Problemen davonläuft.

Tipp:
Sollte Sie ein massives Lebensproblem belasten, dann stellen Sie sich diesem und ziehen möglicherweise fachlichen Rat hinzu.
Sinnbildlich gesprochen sollten Sie stehen bleiben, nicht mehr weiterlaufen.
Sie müssen ja nicht vollständig aufs Laufen verzichten, denn es kann in persönlichen Krisenzeiten auch eine unterstützende Wirkung haben.

8. Warum fühle ich mich nach einem Marathonlauf wie im Rausch?

Die berauschende Wirkung des Marathons beruht auf einem einfachen Prinzip:
der Erlösung aus einem selbst erzeugten Leiden, das sich bis zur Unerträglichkeit
steigern kann.
Die Rede ist dann stets vom "Mann mit dem Hammer".
An diesem toten Punkt überlassen sich die meisten Marathonis einer höheren Macht, beispielsweise dem Applaus der Zuschauer oder dem Sog der Mitlaufenden.
Ihr Läuferego hat dann eingesehen, daß es ohne fremde Hilfe nicht mehr weitergeht.
Der Lohn für diese Einsicht:
Ihr Ego kann wieder wachsen, und am Ende werden Sie dann mit einem unsterblichen Glücksgefühl belohnt.

Stellen Sie sich von Anfang an darauf ein, daß Sie beim Marathon auch eine Phase des Leidens durchlaufen.
Entscheidend dabei ist jedoch, daß Sie sich in Ihren schwächsten Momenten der unterstützenden Kraft anderer überlassen.
Nur dann werden Sie am Ende mit einem glücklichen Gefühl belohnt und können stolz darauf sein, daß Sie das große Ziel erreicht haben!

Quelle: Men's Health, Online


Dr. EGON BRÜNING    Facharzt für Allgemeinmedizin    Tätigkeitsschwerpunkte: Psychosomatik, Akupunktur, Hausarzt, Palliativmedizin
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